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Eine Reise in die Vergangenheit:


13. - 23.07.2005





Die Reiseteilnehmer:

Ulla und Günther Bouchard
Lore und Nina Pahl
André Bouchard
Wolfgang Bouchard
und ich



Die Reise begann in Hamburg, wo uns der Bus
von Mayers Kultur- und Bildungsreisen
(www.mayers-reisen.de) am ZOB
abholte.


Wir fuhren über Berlin zur polnischen Grenze.
Nach der ersten Übernachtung in Schneidemühl/Polen
besichtigten wir das "Weltwunder der Ostpreussen",
die  Marienburg








zerstörte Marienburg 1945


Nach dem Besuch ging es weiter mit einer Bootsfahrt
über die masurischen Seen







Anschließend besuchten wir noch
existierende, jedoch sehr verwahrloste
 Landgüter der Familien Lehndorff ...



...und Dönhoff (Dönhoffstaedt)



Wir überschritten die Grenze von Polen nach Russland und
fuhren teils durch herrliche Alleen Richtung Gumbinnen (Gusew)



Im russischen Teil von Ostpreußen sah die "Welt" anders aus:
Die Felder waren zum Großteil nicht bestellt, was dem Landschaftsbild
zwar nicht schlecht bekam, in Anbetracht der Fruchtbarkeit der Region
jedoch nicht verständlich ist. Die Stadtbilder wurden zum Großteil
geprägt durch zahlreiche verfallene Häuser sowie durch
heruntergekommene "Neubauten" der hässlichsten Art.








Das alte Schützenhaus von Gumbinnen



...nur an wenigen Stellen "glänzte" Gumbinnen



Die Salzburger Kirche in Gumbinnen



Markttreiben in Gumbinnen



Unser Stammplatz am Abend:
Ein netter Biergarten mit Wodka bis zum Abwinken



Der kulturelle Höhepunkt der Reise war ein
Abend mit dem Kammerchor "Kant"
in Gumbinnen



Auch wenn wir auf dem Foto nicht so aussehen:
Der Chor hat uns sehr begeistert.



Von Gumbinnen aus besuchten wir auch das Gestüt Georgenburg



Reithalle des Gestüts



Kirche von Insterburg




Der 18.07.2005 war der Höhepunkt der Reise
für Günther, Wolfgang und Lore:

Die 3 Geschwister besuchen ihr Geburtshaus
in Angerapp
(bis 1938: Darkehmen, seit 1945: Osjorsk)


Kurzinformation über Angerapp:

1539 erstmals erwähnt.

König Friedrich Wilhelm I. förderte die Entwicklung zum
Marktort und erteilte 1725 die Stadtrechte.

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ließen sich etliche
 wegen ihres Glaubens verfolgte französische Hugenotten
(darunter die Familie Bouchard) und ab 1732 insbesondere
Salzburger in Angerapp nieder.

1818 wurde Angerapp (damals noch Darkehmen) im Zuge der
preußischen Verwaltungsreform zur Kreisstadt erhoben.

1886 hat Angerapp als erste Gemeinde des Deutschen
Reiches auf seinen Straßen die "elektrische Beleuchtung mittels
hohler Glasbirnen" eingeführt.

1878 erfolgte der Anschluss an das Eisenbahnnetz.

Am 22.10.1944 wurde die Stadt von der Zivilbevölkerung geräumt
und am 22.01.1945 vom Militär aufgegeben.

Seit dem Ende des 2. Weltkriegs geht die Grenze zwischen Nord-
und Südostpreußen durch den südlichen Teil des Kreisgebietes.





Mit unserem Fahrer und Dolmetscher Viktor
fuhren wir zuerst zum Haus der Großeltern:



Unsere Gruppe mit der Dame (Mitte), die
nun das Haus bewohnt




Das Haus ist zum Teil eine Ruine



Der Rest ist sehr renovierungsbedürftig.



Auf der Seitenwand steht nach über 60 Jahren immer
noch die Inschrift der Brunnenbauerfamilie Bouchard:
Brunnen, Pumpen, Wasserleitungen




Das Elternhaus von Lore, Günther und Wolfgang
(Die Hausinschrift "Franz Bouchard Brunnenbaumeister"
wurde erst nach der Wende entfernt. Man sieht noch die
dadurch entstandene Beschädigung an der Front)



Ein Foto des Hauses aus den 30er/40er-Jahren



Ansicht vom Hof aus



Die Hofeinfahrt



Die Scheune



Die jetzigen Bewohner waren sehr nett und baten uns ins Haus.






Wir wurden sogar fürstlich von der Familie bewirtet.
Selten sind wir von Fremden so nett und herzlich
empfangen worden !!



Sogar der alte Sommerapfelbaum
hat den Krieg überlebt.


Natürlich haben wir uns auch die Stadt intensiv
angesehen:



links: Ein von den Russen gebautes Kino
rechts: Das alte Postgebäude



Ein Bild aus alten Zeiten:
links: Das Rathaus (jetzt Kino s.o.)
rechts:
Das alte Postgebäude
ganz rechts: Das Kriegerdenkmal



An Stelle des deutschen Kriegerdenkmals steht nun Lenin



Die im Krieg zerstörte evangelische Kirche diente in der
Nachkriegszeit als Traktorenwerkstatt und Lager.



Noch deutlich erkennbar: "Kaiserliches Postamt"



Viele alte Gebäude sind in einem erbarmungswürdigen Zustand



Das Laufen und Schauen macht Durst !!
In der Mitte unser Fahrer und Dolmetscher Viktor



Wie überall im russischen Teil von Ostpreußen:
weite schöne Landschaft ohne Bebauung,
nicht bewirtschaftete Felder



Nina und André bei der "Motivsuche"



Von Gumbinnen aus besuchten wir das weltberühmte ehemalige
Gestüt in Trakehnen



Das ehemalige Gestüt ist keine Augenweide mehr.



Das Gutshaus vom Gestüt Trakehnen



Pause muss sein !
(Schon seit 3 Stunden keinen Wodka mehr getrunken !!)

Weiter ging es durch die Rominter Heide zum Wysztyter See
(3-Länder-See: Russland, Polen und Litauen grenzen daran)



Im Hintergrund: Litauen



Am See wurde uns eine eindrucksvolle Tanzleistung dargeboten.





...auch wir mussten Schwerstarbeit leisten


Am nächsten Tag ging es weiter über Königsberg zur
Kurischen Nehrung und weiter nach Rauschen:



Im 2. Weltkrieg gesprengte Brücke vor Königsberg



Der wieder aufgebaute Dom von Königsberg



Auf dem russischen Teil der kurischen Nehrung
(Der litauische Teil ist auf meiner Seite 14 zu sehen)



Die weißen Dünen im Hintergrund befinden sich
bereits auf dem litauischen Teil der Nehrung



Der Ostseestrand von Rauschen
(unser 1. Regentag, leider !!)



Unser Mittagessen fiel wohl ins Wasser



Es gilt Abschied nehmen von der alten Heimat der Bouchards.
Noch nie in meinem Leben habe ich mehr Störche gesehen,
als hier in Ostpreußen.

Nach 2,5 Stunden Wartezeit an der russisch/polnischen Grenze
haben uns die Polen endlich abgefertigt. Obwohl Polen
ein EU-Land ist, verhalten sich die polnischen Grenzer wie zu
kommunistischen Zeiten. 6,00 EUR Transitgebühren waren ebenfalls
 pro Person fällig. Sind Transitgebühren in der EU erlaubt ??


Weiter führte uns die Reise nach Danzig:



Danzig ist hervorragend wieder aufgebaut worden.





Leider hat es in Danzig "Bindfäden" geregnet,
so dass wir nach einigen Minuten in ein
Lokal flüchten mussten.



Von Danzig aus führte uns unser Weg (nach einer Zwischenübernachtung
in Polen) wieder über Berlin nach Hamburg.

Diese Reise war für mich eine der interessantesten Reisen, die ich je unternommen
habe. Gerade die vielen Zeitzeugen im Bus trugen dazu bei.

Ich kann jedem eine "Reise in die Vergangenheit" empfehlen.





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